Traue keinem Scan, den du nicht selbst gefälscht hast

Das Thema geht seit Mitte 2013 durch die Presse.

Durch einen Bug bei bestimmten Xerox Fotokopierer Modellen der WorkCentre und ColorQube-Reihe können, bedingt durch Datenkompression, beim Scannen von Dokumenten Buchstaben und Ziffern verändert werden.

Das ist ein Albtraum für alle „Archivieren“ und „Original-Wegschmeißer“, da die sich nicht sicher sein können, ob die Dokumenteninhalte korrekt sind. Mittlerweile wurde ein Fix geliefert, leider ist es durch das dezentrale Vertriebsmodell von Xerox nicht leicht herauszufinden, welche Kunden betroffen ist.

Der Vortrag der kürzlich auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) gehalten wurde zeigt sehr anschaulich:

  • wie dieser Bug entdeckt wurde
  • welche unglückliche Figur Xerox anfangs dabei machte und versuchte den Autor als Deppen darzustellen, der das Handbuch nicht liest
  • dass ein Aufdecken solch eines Bugs nicht nur eine technische, sondern weit aus größere politische Komponente beinhaltet – wie man in der Kommunikation mit großen Unternehmen umgehen sollte
  • dass sogar US Präsident Obama ein Opfer des Bugs sein könnte, da im Rahmen der Offenlegung seiner Geburtsurkunden (Kurz- und Langversion) Zweifel an der Echtheit laut wurden

Insgesamt ein hochinteressanter Vortrag. Der Link zeigt auf die Seite von Sprecher David Kriesel, der den Bug entdeckt hat. Nach über acht Jahren, ist der Fehler nun behoben. Die spannende Frage ist nur, wie Unternehmen nun die Echtheit ihrer Scans sicherstellen können, insbesondere wenn die Originale weg sind.

http://www.dkriesel.com/blog/2014/1229_video_meines_vortrags_auf_dem_31c3