Boston (2)

Nach Ankunft in Bosten ging es dann durch den Zoll. Hier fiel mir auf, dass jetzt alle zehn Finger und ein Foto erfasst werden, Früher begnügte man sich mit den beiden Zeigefingern. Die kennen mich bald genauer, als ich mich selbst.

Dann ins Hotel. Nach dem Einchecken ging es ans Aufladen der Geräte. Also rasch Dreierstecker und Steckdosenadapter gezückt und … der Stecker passt nicht in den Adapter! Das blöde Teil kann nur mit den dünnen Rasiersteckern, aber nicht mit den Eurosteckern wie Laptop oder Dreierstecker umgehen. Probleme, die die Welt nicht braucht. Glücklicherweise kann man sich am Empfang gegen Kaution einen Adapter ausleihen, der funktioniert.

Dann besorgte ich mir einen Stadtplan und ging los. Das erste, was mir auffiel war die Menge der Jogger. Hier ist ja echt der Fitnesswahn ausgebrochen. Die Jogger wuseln  um einen herum, Hundekot wird aufgehoben bzw. vor Auftreffen auf den Erdboden in einer „Hundewindel“ aufgefangen. Dadurch kann man entspannt spazieren gehen. Sehr löblich!

Die Landschaft und auch die Kultur ist hier sehr grün. Die Innenstadt ist fest in der Hand der Fußgänger. Bei rot hält hier niemand, man geht nur etwas vorsichtiger über die Straße. Es gibt öffentliche Verkehrsmittel. Alles ein etwas anders im Vergleich zur Westküste, wo ohne Auto nichts geht.

Bin dann mal quer durch die Stadt gelaufen. Mir ist auch eine Statue von Samuel Adams (der von der Bierflasche mit dem leckeren Inhalt) über den Weg gelaufen. Bin dann bis zur Long Wharf  gekommen, dann gab es so ein Samuel Adams und eine Lobster Roll mit Pommes und Krautsalat.

Auf dem Heimweg ist mir dann noch ein Whole Foods Markt aufgefallen. Das war doch tatsächlich ein Ökoladen. Hätte nicht erwartet, dass es so etwas in Amerika gibt. Da habe ich mich dann erst mal mit Äpfeln und Wasser eingedeckt.

Das war dann mein halber freier Tag. Ab morgen 8:30 Uhr geht es an die Arbeit.

Dienstreise in die USA – Boston (1)

Diese Woche bin ich auf einem Training in Boston (Cambridge, Massachusetts).

Heute war Anreise. Leider war ich während der
letzten Woche viel unterwegs und am Wochenende belegten mich die
Kinder. Daher überbrückte ich die Wartezeit am Gate indem ich mir den
Kopfhörer überstülpte, ins Internet ging und dann die Onlineschulung startete.

Dies hatte aber zur Folge, dass ich hochkonzentriert auf den
Bildschirm starrte und von der Umgebung nichts mehr mitbekahm.
Plötzlich standen alle Leute auf und gingen weg. Auf Nachfrage erfuhr
ich dann, dass sich das Abfluggate geändert hatte. Also habe ich mein
Büro schnell zusammengeklappt und bin Schweinsgalopp der Meute gefolgt.

Der
Flug verlief für mich dann auch etwas anders als sonst. Nach dem
Einsteigen machte ich mich gleich ans Lesen der notwendigen Dokumente.
Plötzlich startete das Flugzeug. Dumm nur, dass ich noch nicht
angeschnallt war. Das holte ich schnell nach.

Während der Filmvorführung (Slumdog Millionaire),
stellte sich dann heraus, dass das Audiosystem meines Sitzes nicht
funktionierte. Auch ein Reset des Sitzes half nicht. Da wird man wohl
ein Servicepack einspielen müssen :-).

Dann ging es ans
Ausfüllen der Einreiseformulare. Ich wurde gefragt, ob ich ein Visum
habe und erhielt nach Verneinung zwei Formulare. Eines kannte
ich, auch das andere kam mir bekannt vor, allerdings hatte ich das grün
in Erinnerung. Während dea Ausfüllens stieß ich auf die Frage, wann
mein Visum ausgestellt worden sei. (?)  Ich fragte die Flugbegleiterin,
ob dies vielleicht das falsche Formular sei. Sie ging weg, kam wieder,
und meinte ich solle das Feld einfach leer lassen. An dieser Stelle
kamen dann meinerseits doch Zweifel auf, ob das die amerikanischen
Zollbeamten auch so locker sehen würden. Ein weiterer Blick in des
Serviceteil des Lufthansa Magazins zeigte dann aber, dass ein
grünes, statt eines weißen Formulars auszufüllen sei. Ich rief erneut
die Flugbegleiterin, sie kam, ich fragte, sie ging weg, kam wieder und
dann bekam die ganze Reihe neue Formulare. Wie schnell doch die
Flugzeit vergeht, wenn man sich mit etwas beschäftigt :-).

Auf der
Rückseite des grünen Formulars kamen dann auch wieder, die Fragen,
die nur ein NEIN zulassen,  nach dem Motto „Haben Sie ihre Eltern getötet?“

Fortsetzung folgt…

Excel herzhaft…

M. reicht mir einen vollgekritzeltes Formular. „Was ist das?“ – „Eine Excel Datei“ – „Wo gibt es die Excel Dateien?“ – „Bei Papa auf dem Computer.“ – „Was macht der Papa damit?“ – „Er kopiert sie auf eine andere Platte.“

Wie spielen Kaufladen, M. nimmt sich vom Holzobst und sagt „Sie beißt herzhaft hinein.“

Normale Leute im Mittelalter

… aus einer der letzten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

In einem Nürnberger Altenheim für Handwerker wurden die Neuankömmlinge portraitiert und beschrieben. So kann man sehe, welche typischen Handwerkerberufe es damals gab und wie die Leute ihre letzten Lebensjahre so verbrachten.

„Der vermögende Handelsmann Konrad Mendel hatte 1388 ein Altenheim zur Wohnstätte und Verpflegung für jeweils zwölf bedürftige, alte Nürnberger Handwerker erbauen und mit Kapital für eine dauerhafte Führung ausstatten lassen. Seit etwa 1425/26 wurde jeder „Mendelbruder“ mit einem ganzseitigen Bildnis im Mendelschen Hausbuch porträtiert. Es wuchs bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit auf einen Umfang von insgesamt 861 Bildseiten im Folioformat an.“

Unter www.nuernberger-hausbuecher.de  sind die vollständig digitalisierten Werke abrufbar.

Müde Kinder…

Heute, nach dem Hafenfest in Hanau waren die Kinder dann doch ziemlich am Ende. Wir sind mit dem Zug zum Hanauer Bahnhof gefahren und von dort in eine Dampflock umgestiegen, die uns zum Hafen brachte.

Auf der Rückfahrt setzte sich M. dann neben einen zunächst etwas einsilbigen Halbwüchsigen und fing eine Unterhaltung an:

„Wie heißt Du?“ – Genervtes Augenverdrehen auf der anderen Seite.

„Ich heiße M. und fahre hier Elektrozug und wie heißt Du?“ – Stille.

„Was hast Du da am Finger? Hast Du Dich geschnitten? War das ein Messer? Wer hat es Dir geschenkt? “

So langsam entwickelte sich ein kleiner Dialog. Nach der Aufwärmphase kam dann die Frage:

„Kannst Du Stroh zu Gold spinnen?“

Da war er dann baff, grinste und meinte: „Da wär‘ ich ja steinreich.“.

Dann stieg der junge Mann aus, etwas irritiert, aber deutlich wacher. 🙂

Ein anderer Mann mit einer ganz kleinen Tochter, machte sich beim Gespräch fast in die Hose und meinte zu seiner Frau: „Da steht mir ja noch etwas bevor, hoffentlich wird unsere nicht so.“

Hmmmm, darüber sollten wir nachdenken…